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Patchworkfamily auf Zeit

Eva berichtet über die Teamgemeinschaft vor Ort und die Rolle als Koordinatorin. Unsere drei syrischen Helfer Nour, Ahmed und Abdo stellen sich vor.

 

Mein erster Abend war zugleich der letzte von Hannah, meiner Vorgängerin, die im Kreise von IHA-Freiwilligen und Freunden mit einem Picknick und Musik am Schloss auf dem Berg von Thessaloniki verabschiedet wurde: Es war schon dunkel, als ich ankam, Decken vollgepackt mit Menschen verteilten sich über den staubigen Boden vor der spärlich beleuchteten Stadtmauer mit Blick auf die Schiffe in der Bucht. Dazu Sprachengewirr, Gitarrenakkorde, Cracker und Bier. Ich konnte kaum Gesichter erkennen und wurde dennoch sehr herzlich begrüßt. In dieser Runde bekam ich eine erste Ahnung, dass Gemeinschaft hier einen ebenso großen Stellenwert einnehmen würde wie die humanitäre Arbeit. In den folgenden Wochen gab es außer dem häufig gemeinsam verbrachten freien Sonntag und unseren wöchentlichen Teammeetings auch viele Abende, an denen nahezu das gesamte Team beisammen saß, kochte, reflektierte, sich austauschte und von der anstrengenden Arbeit erholte.

So geknüpfte freundschaftliche Beziehungen sind wichtig, sie bilden eine Basis für die Arbeit der IHA vor Ort, sie verbindet die Freiwilligen untereinander und mit der IHA auf eine Weise, wie sich wenige HelferInnen mit ihrer Organisation verbunden fühlen. Für die IHA ist dieses Vertrauen und die Verlässlichkeit, die aus der Gemeinschaft erwächst, essentiell. Unsere Gemeinschaft bildet einen sicheren Ort, wo sich die Freiwilligen und gerade die LangzeithelferInnen temporär zuhause und aufgehoben fühlen können. Letztendlich formt der soziale Zusammenhalt das Rückgrat der Gruppe und ist ein wichtiger Ausgleich zur physisch und vermehrt auch psychisch sehr fordernden Arbeit.

Als Koordinatorinnen sind Roos (l) und ich (r) nicht nur während der Arbeit, sondern auch darüber hinaus wichtige, immer verfügbare AnsprechpartnerInnen für unsere HelferInnen, und das in allen Belangen. Dies hing auch damit zusammen, dass wir uns eine Wohnung mit den acht bis zwölf HelferInnen teilten. An der Gemeinschaft zu partizipieren ist ein wunderbarer Ausgleich und meistens auch eine sehr bereichernde Zeit. Es kann aber durchaus zu einer Herausforderung werden, immer wieder neue Menschen zu begrüßen und Kontakte zu den wechselnden HelferInnen aufzubauen.

Zu unserer Patchworkfamily gehören drei syrische Geflüchtete, die uns in unterschiedlicher Weise unterstützen. Für mich schien die Unterstützung durch Geflüchtete offensichtlich und war eine logische Konsequenz der Situation: Sie kennen ihre Unterkünfte, die Menschen, die dort leben mit all ihren Bedürfnissen am besten und sprechen deren Sprache. Gerade in puncto Kommunikation fühlte ich mich immer recht hilflos und empfand es als große Erleichterung, einen Dolmetscher zur Seite zu haben, den ich kannte und dem ich vertraute. Zum anderen bietet es den Geflüchteten eine großartige Möglichkeit, mit jungen Menschen außerhalb der Gruppe der Geflüchteten in Kontakt zu kommen. Aber auch wir profitieren immens von der interkulturellen Begegnung.

 

#Nour

“My name is Nour, I’m 27 years old and I’m from Syria. I am in Greece for one year and eight month now. I left Syria because I lost everything that meant something to me there. I was living with my grandma in Syria, I didn’t live with my parents since I was fourteen years old. I came to Greece 16th of February 2016 on a boat from Turkey to the Greek Islands. I started volunteering with IHA a year ago and have been volunteering ever since. I started by cooking for up to six hundred people in Kalachori kitchen, I’m helping as a translator or with distributions for homeless people and basically helping out wherever I’m needed. I also worked in the TruckShop warehouse, I am still doing birthday clubs for children in Epanomi and lots more. At Drama camp I helped with veggie distributions but also had my own “bring back the energy“ project and went to waterpark with families from Drama camp. I’m very happy to be part of the IHA family, thank you for everything.”

 

#Ahmed

“I am Ahmed and I am 19 years old, I come from Syria, Aleppo. I have studied till 9th class in Aleppo. Me and my family have been in Greece for a year in Chios island. For nearly six months I went to BE AWARE AND SHARE school and I volunteered with two organisations, which were cooking lunch and dinner for Souda camp. And then I moved to Epanomi near Thessaloniki and I got to know IHA. I have been volunteering with IHA since summer 2017, supporting with translations during distribution and in the FreeShop, helping in the warehouse and with veggie packing. In Epanomi, I’ve helped with school support activities and am giving tailoring lessons in the sewing workshop. When I came to Greece I needed someone helping me, I knew nobody and nothing. With IHA I also found some friends and because of my own experience I felt I have also to help those people who need help now. And I like IHA because IHA is honest in their job.“ 

 

 

#Abdo

„My name is Abdo, I’m 22 years old and I’m from Syria. I have been in Greece for one year and eight months now. I left Syria because of the war. I was living with my family in Syria and I was studying in middle school. I came to Greece 14th of February 2016 on a boat from Turkey to Greek Islands. I started volunteering with IHA four months ago and have been volunteering ever since, like helping in the TruckShop warehouse or with veggie packing. I started with my haircut project in Epanomi one month ago, I will do eighty haircuts in total. I am also doing the translations in the FreeShop and I mainly support IHA-team with translating during veggie distribution. I already was preparing cinema in Epanomi. I like IHA because they’re helping people who need help. This is why I wanted to be volunteer with IHA because I can do something also. I’m very proud for IHA because they do a big, big job, a lot of great things and I also found some new friends with them.“

 

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