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Mit dem Licht kommt das Lachen

So titelte das “jetzt”-Magazin die Hilfsaktion mit dem Namen „Lighten Up Idomeni” (#‎LightenUpIdomeni‬), die den Menschen an der mazedonischen Grenze ein Stück Lebensqualität zurückgibt.

Die Idee dazu stammt von David Lohmüller, Mitglieder der IHA, der Ende März 2016 nach Idomeni reiste und eigentlich nur eine Woche bleiben wollte. Bereits in den ersten paar Tagen entwickelte er zusammen mit Petra Voráčková und Erik Marquardt ein eigenes Projekt: “Lighten Up”.

Von Anfang an haben wir dieses Projekt tatkräftig unterstützt. Ende April 2016 mussten David, Petra und Erik wieder nach Hause und haben die IHA gebeten, dieses Projekt vor Ort weiterzuführen und am Leben zu erhalten. Natürlich haben wir sofort zugestimmt, denn es ist wirklich toll!

Was ist “Lighten Up”?

Woran es den Menschen in Idomeni mangelte, war erst einmal offensichtlich: Die Menschen benötigten Lebensmitteln, sanitäre Anlagen, wetterfeste Unterkünften. Aber Sie brauchten vor allem Eines: Eine Perspektive, seit die Balkanroute abgeschnitten wurde.

Was aber ebenso fehlte, wenn rund 12.000 Menschen in einer chaotischen Zeltstadt im Niemandsland fest stecken, ist: Licht.

Neben den Lagerfeuern und Handylampen, für deren Akkuladung stundenlang angestanden werden musste, ist es in Idomeni nach Sonnenuntergang einfach finster. Die Fläche des Camps ist riesig und dementsprechend weite Wege musste man gehen für ein nächtlicher Toilettengang. Nachts konnte man sehen, dass kaum eines der dunklen Zelte Licht hatte. Das Projekt “Lighten Up” ermöglichte das Erwerben und Verteilen von Solar-Lichtern und zauberte den Menschen ein strahlendes Lachen in ihre Gesichter!

Dies war David Lohmüller aufgefallen, der sich in diesem Monat als Helfer in Idomeni engagiert. Mit der Initiative „Lighten Up Idomeni“ sammelten er und seine Mitstreiter Spenden, die sie für den Kauf der einfachen Solarlampen einsetzten. Die Idee entstand sehr spontan, mittlerweile wurden mehrere Tausend Lampen verteilt.

Gekauft wurden die Lampen nahe Idomeni in einem kleinen Laden. „Der macht wohl gerade das Geschäft seines Lebens, wir kaufen ihm regelmäßig den Laden leer. Wir suchen aber gerade in Thessaloniki nach einem größeren Geschäft“, sagt Lohmüller.

Beim Verteilen der Lampen versuchten David und die Volunteers der IHA möglichst fair vorzugehen: „Wir gehen von Zelt zu Zelt und schauen, wo die besonders dunklen Ecken sind. Das ist auch ein bisschen eine Gratwanderung zwischen Hilfsbereitschaft und Eindringen in die Privatsphäre“. Die Rückmeldungen waren immer positiv, viele Schutzsuchenende fielen den Helfern vor Freude um den Hals. Und für David und unser Team hat das Verteilen der Lampen neben dem rein praktischen auch einen symbolischen Wert: „50 Prozent der Arbeit als Helfer hier besteht aus Interaktion, aus Zuhören. Mit den Lampen haben wir einen schönen Grund mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und ein bisschen gute Laune zu verbreiten. Und das funktioniert: Mit dem Licht kommt oft auch das Lachen.“

Wenn Ihr mehr Infos über David und seine Aktivitäten sehen möchtet, findet Ihr auf seinem Blog http://davidlohmueller.com/lighten-up/ auch tolle Bilder. Und David hat auch einige tolle Videos gedreht, eines davon ist hier zu sehen. Danke, David!