Helfen Spenden Förderer werden

Die Rolle der IHA in Nordgriechenland

Im letzten Newsletter haben Beeke und Nora einen umfassenden Einblick in die Projekte der IHA in Nordgriechenland und ihre Arbeit als IHA-KoordinatorInnen gegeben. Seither hat sich vor Ort einiges verändert und wir haben unser Möglichstes getan, Antworten auf die neuen Herausforderungen zu finden. Den wohl größten Einfluss auf unsere Arbeit hatte das von ECHO/UNHCR im Juli gestartete ESTIA-Programm, das 30.000 Geflüchteten feste Behausungen und finanzielle Unterstützung durch Cash Cards verspricht. Doch die Camps Liti und Sinatex sind immer noch Zeltunterkünfte, auch der wirtschaftlich desaströse Zustand Griechenlands hat sich nicht verändert und massive Auswirkungen auf die Geflüchteten. Jede Woche erreichen uns Notfälle, Anfragen für Essenslieferungen mangels funktionierender Cash Cards und andere Engpässe.

Entsprechend unseren Möglichkeiten haben wir versucht, diese Lücken neben unseren regulären Projekten zu füllen. Es war, ist und bleibt eine Stärke der IHA, schnell und flexibel, aber dennoch professionell Hilfe zu leisten. Logistik, Food Project und Epanomi Community-Projekt sind unsere Steckenpferde.

In Epanomi haben wir unsere Präsenz ausgedehnt und soziale sowie bildungsfördernde Projekte etabliert. Schritte in Richtung Bildung und Integration zu gehen ist nun von enormer Bedeutung, um die Eigenständigkeit der Geflüchteten zu fördern. Menschen, die durch den EU-Türkei-Deal keine andere Möglichkeit haben, als in Griechenland zu bleiben, wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben und stimmen hier mit den von UNHCR ausgesprochenen „Recommendations for Greece in 2017“  überein. Anstelle von reiner Muskelkraft ist für unsere Arbeit daher zunehmend Köpfchen gefragt – versierte Langzeitvolontäre, die helfen, Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, werden für uns immer wichtiger.

Die IHA ist innerhalb des NGO-Netzwerkes in Nordgriechenland sehr gut vernetzt und darüber hinaus für ihren schnellen und zuverlässigen Einsatz bekannt und geschätzt. Aus KoordinatorInnenperspektive wissen wir, dass jene Flexibilität maßgeblich auch durch projektungebundene finanzielle Mittel möglich ist, die hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen und ungebundenen Spenden bestehen. Ein großes Dankeschön an die SpenderInnen zuhause, die uns die notwendige Freiheit und das Vertrauen schenken, in Nordgriechenland mit wenig Bürokratie schnell helfen zu können!

Zum nächsten Beitrag: Community-Projekt Epanomi