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Community-Projekt Epanomi

Bereits seit Längerem bestand der Plan, unsere Präsenz in der Apartmentanlage Epanomi auszubauen. Im Sommer setzten wir uns mit dem Site-Management der Unterkunft (Caritas Hellas) zusammen und erhielten grünes Licht für die Umsetzung unserer Ideen. Wir sind stolz darauf, in den zurückliegenden Wochen so viele neue Projekte angestoßen und etabliert zu haben: ein Kinderprogramm, ein Open Air-Kino, ein Gemeinschaftsgarten, eine Bibliothek und ein Nähraum.

 

#Kinderprogramm

Sommerferien: Lange und heiße Tage, kurze Nächte und sogar der spärliche Unterricht in Epanomi hatte Pause. Rund achtzig Kids in Epanomi langweilten sich, sehnten sich nach Abwechslung vom Fußballspielen auf dem heruntergekommenen Bolzplatz. Außerdem beobachteten wir harsche Umgangsformen und unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten. Unser Ziel war es, diese durch unser Programm etwas abmildern zu können. Unsere bildungsfördernden und erzieherischen Freizeitangebote für Kinder komplettieren das psychosoziale Hilfsangebot von Refugee Trauma Initiative und IsraAID optimal. 

Es lag nahe, ein Sommerprogramm mit Spiel, Spaß und erzieherischen Elementen anzubieten, um den Kindern die Leichtigkeit von Kindertagen zurück zu geben. Im Juli starteten wir also mit drei Tagen pro Woche, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten und vor allem dem unermüdlichen Einsatz und vergossenen Herzblut meiner phänomenalen Mitkoordinatorin Roos zu verdanken waren. Dienstags „Quiet Day“ und „Sandcastle Project“, donnerstags „Kreatives Werkeln und Basteln”, samstags „Spiel und Sport”.

Im kühlen und schützenden Schatten der Bäume basteln die Kinder Armbänder und Ketten aus verschiedenen (Natur-) Materialien.

 

Sandburgen bauen am Strand. Mehr zu diesem Projekt im Bericht unserer Helferin Phoebe.

Während unserer Aktivitäten haben wir beobachtet, wie schwer es manchen Kindern fiel, einen Stift richtig in der Hand zu halten und damit umzugehen. Einige Kids waren in ihren motorischen Fähigkeiten sehr zurückgeblieben. Wir machten es uns zunutze, dass die meisten Kinder kreatives Schaffen begrüßen, also Basteln und Malen. Wir hatten das große Glück, unglaublich engagierte und einfallsreiche Freiwillige bei uns zu haben, die aus einfachsten Utensilien kostengünstig Wunderbares schufen.

Unsere Helferinnen Gara und Ariela fertigen mit den Kindern aus einfachen Materialien Löwenmasken und basteln Fischbilder.

Unsere Spiele bieten Abwechslung zum tristen Alltag in der abgelegenen Unterkunft und beinhalteten im Sommer Seilziehen, diverse Ball- und Fangspiele und alles, worauf die Kinder Lust hatten. Es ist nicht schwer zu sagen, wer am Samstagabend mehr geschafft war – definitiv wir; die Kinder in Epanomi haben eine unglaubliche Ausdauer. Zusätzlich wollten wir aber auch den sozialen Zusammenhalt und die Verhaltensweisen der Kinder in Epanomi verbessern. Die Umgangsarten konnten teilweise sehr grob sein und statt zu kooperieren kämpften die Kinder oft miteinander. Woche für Woche ließen sich sowohl Fortschritte in den Handfertigkeiten als auch eine deutliche psychische Verbesserungen feststellen. Sie erschienen gelöster, wurden ruhiger in ihrem Auftreten und weniger aggressiv im gegenseitigen Umgang.

Diese Erfolge waren nur durch unsere fantastische HelferInnen und ganz besonders unsere Langzeitvolontäre möglich. Viele Kinder bauten relativ schnell eine emotionale Bindung zu ihnen auf, die meisten Kids kannten sie beim Namen. Wir erfuhren teilweise von den Lebensläufen der Familien und versuchten, entsprechend mit den Kindern umzugehen. Vom Leid der Kinder wie auch der Erwachsenen zu erfahren stellt eine große Herausforderung unserer Arbeit dar und kann auch für uns Freiwillige zu einer großen Belastung werden. Von RTI erhalten wir inzwischen professionelle Unterstützung in Fragen des Umgangs mit traumatisierten Kindern. Aber auch für unser Freiwilligenteam wollen wir regelmäßige psychologische Supervisionen anbieten.

Unsere Helferin Nina aus England sorgt mit ihren professionellen Massagen für Entspannung bei Kindern und Eltern. Mehr dazu in ihrem Bericht.

 

#Openair Cinema

Jeden Samstag bauen wir mit einem Beamer, Lautsprechern und einer aus Bettlaken selbstgeschneiderten Leinwand ein Open Air-Kino auf. Wir starteten mit einem Familienfilm von Pixar und probieren wechselnde Filmgenres aus. Dabei versuchen wir die Bewohnerinnen und Bewohner immer soweit wie möglich in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen.

 

#Ausblick

Wir können stolz verkünden, dass die von unseren Koordinatorinnen im Sommer vorbereiteten Projekte „Nähraum“ und „Bücherei“ schon in Realisierung sind. Wir werden euch im nächsten Newsletter natürlich ausführlicher darüber berichten!

An dieser Stelle möchten wir Veit und Verena, zwei unglaublich engagierten LangzeithelferInnen aus Freiburg, für ihren großartigen Einsatz vor Ort danken, aber auch für die Spenden, die sie vor ihrem Einsatz im Freundes- und Bekanntenkreis gesammelt haben. Dies geht ganz einfach mit unserem Spendenaktions-Tool. Ihre Spenden konnten wir als Startkapital für unsere Epanomi-Projekte verwenden. Ohne diese zweckungebunde Spende wären die Aktivitäten in diesem Rahmen und dieser zügigen Umsetzung kaum möglich gewesen: Herzlichen Dank, Veit und Verena!

Übrigens, auch jetzt sammeln wir wieder über unsere Seite und zwar für den Transport von Winterkleidung nach Griechenland. Wie immer gilt: Jeder Euro zählt, also klickt euch auf unsere Seite und helft mit, unseren vorgezogenen Weihnachtstransport zu realisieren.

 

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